
In der Zeit, als der Deutsche Orden damit beschäftigt war, die östlichen Bereiche seines Staates urbar zu machen und immer wieder mit Angriffen der Litauer zu rechnen war, stand an der Stelle, wo sich heute der Ort Mateuszek befindet, eine Wehrburg. Sie wurde als Vorposten der mächtigen, 15 km entfernten Burg in Rhein errichtet.
Eines Tages, während der von der Wehrburgbesatzung organisierten Waldrodungsarbeiten, kam es beim Fällen eines großen Baumes zu einem Unfall. Der anwesende Hauptmann der Wehrburg wäre beinah von diesem Baum verletzt oder gar erschlagen worden, wenn es seinem Untergebenen Matheus nicht gelungen wäre, unter großer Gefahr seinen Herrn davor zu bewahren - dabei wurde er selber jedoch schwer verletzt. Seine Tat wurde mit Boden und Ehren belohnt. Seine Gesundheit verbesserte sich rasch. An den neuen Vorrechten konnte er sich jedoch nicht lange erfreuen. Sein Wohltäter musste nämlich bald wegen wichtiger Angelegenheiten des Ordensstaates verreisen. Als Vertreter wurde ein strenger Ordensbruder bestimmt, der auf ein Fehlverhalten von Matheus ohne Nachsicht reagierte. Eines Tages hat Matheus darauf nicht acht gegeben, dass das Verbot, die Wehrburg zu verlassen, ausgesprochen wurde.
Er verließ nur kurz die Burg und wurde dafür entsprechend dem Ordensrecht mit Kerkerhaft streng bestraft. Der Eingesperrte wartete vergeblich auf die Rückkehr seines Hauptmanns, dem er mal das Leben gerettet hatte. Matheus fristete bei Wasser und Brot schwere Stunden in der Einsamkeit des Turmverlieses. Die Haftbedingungen haben zu sehr an ihm gezehrt, und so hat Matheus die Rückkehr seines früheren Herrn nicht mehr erlebt.
Seit damals irrt der Geist des Verstorbenen umher, und es ist nicht unmöglich, ihm auf Feldwegen zu begegnen. Der Sage nach wurde dort, wo einst die Wehrburg gestanden hat, das Gut Matheuszeck errichtet. Und es steht bis heute.
tel. 087 - 421 35 91